
Nützliche Informationen zum Chilianbau
Prinzipiell gibt es keinen falschen Zeitpunkt für die Aussaat. Für den "traditionellen" Zyklus mit reifen Früchten ab Juli sollte folgende Angabe eine Richtlinie sein :
Capsicum pubescens, frutescens sowie baccatum Anfang bis Mitte Januar,
Capsicum annuum und chinense Anfang bis Ende Februar.
Eine Nachsaat im März hat ebenfalls noch gute Aussichten ...
Eine sicherlich vorteilhafte Methode -wenn auch nicht unbedingt erforderlich - ist das einweichen der Samen:
Dazu werden die Samen zuerst in den vorbereiteten Tassen, Bechern o.ä. in etwas kaltem Kamillentee 6 Stunden bis maximal 2 Tage gewässert. Achtung: Gute Beschriftung und Systematik kann hier größeres Chaos verhindern ! Anstelle des Kamillentees kann auch Knoblauchwasser oder EM-1 (effektive Mikroorganismen) verwendet werden.
Die Pflanzgefässe werden dann mit dem Substrat befüllt und die Samen werden je nach Größe bis zu 1 cm tief (die großen) oder nur ein bisschen bedeckt (Pequin, Tepin) eingesetzt. Als Substrat empfehle ich gute Anzuchterde z.B. die Bioanzuchterde von Floragaard. Sehr zu empfehlen ist die Beimengung von unbehandeltem Perlit - es speichert hervorragend Wasser und ist im Baumarkt günstig zu erwerben.
Der Pflanzabstand richte sich natürlich nach den Platzmöglichkeiten. Ein Abstand von 2 cm sollte eingehalten werden, die Pflanzung in Topfplatten ist optimal, da die Pflanze dann ohne Verletzungen getopft werden kann.
Natürlich spielt bei der Keimung die Temperatur eine große Rolle. Für Habaneros und andere chinense-Gattungen sollte die Keimtemperatur möglichst bei konstanten 28-30°C liegen. Alle anderen Chilis und Paprikas keimen auch bei Temperaturen um die 20-25°C sehr gut, pubescens-Varianten keimen am besten bei 15-20°C.
Bis die Saat aufgegangen ist - was nach ca. 8-10 Tagen der Fall sein sollte - spielt Licht keine Rolle. Die Saat darf nicht austrocknen, für regelmässige Bewässerung ist auf jeden Fall zu sorgen, jedoch keine Staunässe.
Irgendwann dann - die Pflanze sollte zumindest 2 Blattpaare haben - wird pikiert und ab Mitte Mai (je nach Witterung und Lage) auf den Balkon, ins Gewächshaus oder ins Freie gepflanzt. Vorsicht ist mit der direkten Sonnenbestrahlung geboten: Werden die Pflänzchen plötzlich der Sonne ausgesetzt ist meist ein Sonnenbrand die Folge und der verzögert das Wachstum. Also langsam an die Sonne gewöhnen. Nun benötigen die Pflanzen auch Dünger: bei mir bekommen sie beim Einpflanzen eine handvoll Hornspäne - das reicht meist für eine ganze Wachstumsperiode. Dazu gibt's dann ca 1x pro Monat verdünnte Brennesseljauche.
Sobald das erste Grün hervorsticht brauchen die Pflanzen ausser Wärme noch Licht, und das nicht zu knapp: 10 - 12 Stunden pro Tag sollten es schon sein, Tageslichtspektrum ist erwünscht, Sonnenlicht natürlich optimal (steht nur meistens in dieser Zeit nicht in ausreichender Menge zur Verfügung). Auch beim Wachstum gilt: Konstante Temperatur um die 25° bringt deutlich schnelleres Wachstum. Die Pflanzen bleiben nun bis das Substrat durchwurzelt ist im Anzuchtgefäß.