Die fraßabschreckende Wirkung der Neeminhaltsstoffe ist der bäuerlichen Bevölkerung in Teilen Asiens und Afrikas schon seit längerem bekannt. Zu Beginn der siebziger Jahre wurde festgestellt, daß sie auch Ein- fluß auf die Insektenmetamorphose haben können, wie z.B. Häutungsstörungen oder das Entstehen verkrüppelter Flügel. Auch die Fortpflanzung von Schadinsekten kann stark gestört werden. So belief sich die Zahl der abgelegten Eier von Kartoffelkäferweibchen, die an mit Neemsamenextrakt behandelten Blättern gefressen hatten, nur auf ca. 10% der von nicht behandelten Käfern erzeugten.
Auch die "Qualität" (Leistungsfähig- keit) von Schädlingen kann beeinflußt werden. Azadirachtin baut sich unter Freilandbedingungen schnell ab. Wegen fehlender UV-Einstrahlung sind Neemprodukte unter Labor- und Vorratslagerbedingungen viel haltbarer als im Freien. Bei Anwendung von Neemöl (2-4 ml/kg Samen) lassen sich Bohnensamen über ein halbes Jahr erfolgreich gegen Samenkäfer schützen (SCHMUTTERER, 1984).
In verschiedenen Detail- und Praxisversuchen konnte die gute Wirkung von NeemAzal-Präparaten auf die Mehlige Apfelblattlaus nachgewiesen werden (SCHULZ et al., 1993, 1995, 1996, 1997; GALLI & EPP, 998; KIENZLE et al., 1992, 1995; ZUBER, 1995; PFEIFFER et al., 1991; ZEBITZ et al., 1996; WYSS et al., 1995).



